Oldenburger
Radverkehrsanlagen

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Widerspruch Alexanderstraße

Verkehrsausschuss

Am 2005-04-24 faxte ich folgendes zum Gericht.

Am Montag beantwortete im Verkehrsausschuss Siegfried Eilers, Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland, Sachgebiet Verkehr, einige Fragen der Grünen.  Bei der Frage Wie schätzt die Polizei die Forderung ein, die blauen Schilder (Radwege) von den Radwegen zu entfernen, um den RadfahrerInnen frei zu stellen, ob sie die Fahrbahn oder den Radweg benutzen wollen? machte er eine schlechte Figur, denn er hatte nichts in der Hand.

So schob er als erstes Kinder vor, die man nicht auf die Fahrbahn lassen könne, wenn sie es überhaupt dürften (Älter als 8).  Nun, er liest wohl nicht einmal seine eigenen Meldungen.  Als letzter Fall wurde vermerkt, das ein Kind auf einem Radweg zu Schaden gekommen ist (Holler Landstraße, Krankenhaus).  Wer regelmäßig in lokale Tageszeitungen kuckt, weiß, dass vor allem die Menschen unter die Räder kommen, deretwegen angeblich Radwege angelegt werden, nämlich Kinder, alte Leute und unsichere Radfahrer.

Das eine Bürgerinitiative der Kinder wegen unbedingt das abgebaute Blau im Eßkamp wieder haben wollte, hielt Herr Eilers ebenfalls für eine Begründung.

Endlich kam er zu den erwarteten Zahlen.  Aber … da kam nichts, nur die bekannten 4000 Unfälle im Jahr, an denen Radfahrer beteiligt sind.  Stattdessen gab er zu, dass bisher Unfälle auf Furten der Fahrbahn zugeordnet wurden.  Auf den Furten gibt es allerdings immer die Unfälle mit Ab- und Einbiegern, ein wesentlicher Teil aller Unfälle mit Radfahrern, wie man schon allein der NWZ entnehmen kann.

Natürlich erwähnte Herr Eilers nicht, dass Oldenburger Radfahrer, wo immer möglich, sowieso schon freiwillig auf Radwegen fahren.

Kurz gesagt: Nichts neues, keine Fakten, nur die Behauptung, Radwege würden für mehr Sicherheit sorgen, und natürlich trotzdem den Wunsch, Radfahren sicherer zu machen.

Wenn andere wilde Behauptungen als Tatsachen hinstellen dürfen, kann ich auch mal spekulieren: Wäre die Anzahl der Verstöße durch Radfahrer, die zu Unfällen führen, ein erheblicher Teil der 4000 Unfälle, hätten wir jeden zweiten Tag etwas davon zu lesen.  Die Polizei sähe sich zu permanenten Kontrollen gezwungen, Vereine und Politik zu Ermahnungen aufgerufen, und natürlich gäbe es Kampagnen, in denen auch öffentliche Stellen Radfahrer offen als Schuldige geißeln würden.  Man würde die Idee der Förderung des Radverkehrs quasi verbieten.  Das es nicht so ist, zeigt, das ein wesentlicher Teil der 4000 Unfälle unentdeckt bleibt oder eben auf Radwegen stattfindet.

Dabei ist noch nicht berücksichtigt, das, nach meiner Meinung, ein Teil der Unfälle mit Radfahrern als Hauptschuldige durch Radwege induziert wird.  Links fahren Erlaubt oder Zwang, an Ampeln 12 mal so lange warten wie fahren, Rote Welle überall, Schrott statt befahrbarer Wege, alles mögliche tummelt sich darauf…  Wer will es Radfahrern verdenken, wenn sie so fahren, wie allein sie es für richtig halten.

Das Radwege und Blau genau dafür sorgen, nämlich bei Autofahrern, davon kann sich überzeugen, wer sich traut, auf Hauptstraßen auf der Fahrbahn zu fahren.  Das Gehupe kann ich in Anzahl pro Kilometer zählen, vorsätzliches Abdrängen und Ausbremsen und sonstige Aktionen erlebe ich schätzungsweise alle 100 Fahrbahnkilometer.  In keinem einzigen Fall, in denen ich den Fahrer zu fassen bekam, war dem die Rechtslage auch nur ansatzweise klar.  Für sie alle lautete die ganz einfach, Radfahrer haben auf Radwegen zu fahren und demnach von der Fahrbahn zu verschwinden.  Folgerichtig rechtfertigt die VWG solche Aktionen ihrer Busfahrer in einer netten Mail.  Die Fälle, in denen Überholen im Zentimeterabstand oder anderes vorkam, was versehentlich vorkommen kann, auch tatsächlich versehentlich war, ich glaube, die kann ich an weniger als zehn Fingern abzählen, in über 10 Jahren.

Das einzige, was Radwege und Blau demnach reduzieren, sind eben jene Aktionen, die durch sie „angeregt“ werden.