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Radverkehrsanlagen

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Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. Friedrich Nietzsche

Besserwisser und Lügner

Stellvertretend für viele Keine-Ahnung-Haber und Quacksalber sind hier einige aufgeführt, denen gemeinhin unterstellt wird, zu wissen, wovon sie reden und Wahrheit zu verbreiten.

ZNS — Hannelore-Kohl-Stiftung

Bisher stand das sichere Radfahren im Mittelpunkt unserer Plakatkampagnen, so Achim Ebert, Geschäftsführer der Stiftung, nun wenden wir uns einer weiteren Freizeitsportart zu: dem Inlineskaten.  Fahrrad fahren ist also nur Freizeit und Sport.  Diese Ankündigung trifft aber einen Kern: Die Stiftung gibt vor, etwas gegen bestimmte Unfallfolgen tun zu wollen, die Webseiten zeigen aber Kampagnen allein in den Bereichen Freizeit und Fahrradverkehr, und wirbt so ausschließlich für Helme.  Dieses Zuschieben der Schuld auf die Opfer ist zwar nicht vereinbar mit der Satzung, stört aber niemanden.

Die Stiftung nimmt immer die höchste Zahl, derer sie habhaft werden kann, meistens die jährlich fast 300.000 Unfälle mit zum Teil schweren Folgeschäden des Zentralen Nervensystems, ohne aber letztere auszuweisen.  Sie mischt Unfälle im Straßenverkehr mit allen Unfällen und bleibt auch sonst Undeutlich.

Während Die Steigerung der Unfallzahlen bei Radfahrern um 7% hat uns bewogen, zu dieser dramatischen Umsetzung zu greifen., bei nur 1 Prozent Anteil, bleiben systematisch die 26% Pkw-Unfälle außen vor, obwohl im Auto bei weitem die meisten verletzt und getötet werden.  Danach wird dann gefragt und behauptet Lebensretter Fahrradhelm?! Aber sicher! und entgegen jeder Logik, ein Fahrradhelm schützt vor Unfällen.  Zur Bestätigung dessen werden einzelne “Erfahrungen” aufgeführt, wie ein Helm sie bei bereits erlebten Unfällen wirkungsvoll vor Schlimmeren bewahrt hat. und sogar wie ihm der Helm erst vor wenigen Monaten das Leben gerettet hat. … Der Helm war da geplatzt, wo eigentlich meine Stirn gewesen wäre, oder Hätte ich damals bei meinem Radunfall keinen Helm getragen, wäre ich jetzt nicht mehr unter den Lebenden..  … als ob jemand einen Vergleich mit und ohne Helm hätte.

Gavin wurde durch einen Verkehrsunfall schädelhirnverletzt. Sein Schicksal steht stellvertretend für 270.000 Unfallopfer, davon sind 77.000 Kinder und Jugendliche, die in jedem Jahr eine solche Verletzung erleiden.  Tatsächlich sind das mehr als alle jungen Verletzten im Straßenverkehr.  Was denn nun?

Betroffene müssen schwerste, nicht selten lebenslange Behinderungen verkraften - ein Schicksal, das verunfallten Helmträgern erspart bleibt!, meint ZNS, und plaziert dieses als Leserbrief im General-Anzeiger Bonn unter Helm verhindert schwere Verletzungen.  Sind die alle Tot, oder soll ein bischen Kunststoff solche Leistungen vollbringen?  Annähernd 85% der schädelhirntraumatisierten Fahrradfahrer trugen keinen Helm., das heißt, 15% trugen einen.  Da nach der BASt die Tragequote insgesamt bei 6% liegt, führt Helm tragen auf dem Fahrrad also zu SHT.

Anstatt, daß Marcel Wüst etwas gegen die Ursache von wer hat nicht schon selbst einmal beim Abbiegen den Radfahrer erst im letzt Moment gesehen?, nämlich Radwege, sagt, soll sich das potentielle Unfallopfer mit einem Helm wappnen.

Richtig hingegen wäre etwas in dieser ArtWeiteres, Mehr

Beim Wintersport meint die Stiftung Bis zu 85 Prozent der schweren Schädel- und Gehirnverletzungen könnten durch ihn verhindert werden.  Ob das nur zufällig diese oder diese Zahl aus dem Fahrradverkehr ist?

Voll Korrekt

6 “Promis” behaupten, das Fahrrad-Helme die Folgen von Unfällen mindern.  5 davon und die Barmer antworteten nicht auf die Frage, worauf diese Behauptung beruht.  Statt der sechsten Person antwortete in deren Namen deren Agentur.  Der ist es egal, ob der Nutzen wissenschaftlich belegt ist.  Außerdem werden Kinder vorgeschoben, denen man ja ein gutes Beispiel sein müsse.  Die Argumente dieser Person seien durchaus belegt, durchdacht und glaubhaft.  Abschließend wurde ich an die Verantwortlichen der Kampagne verwiesen.

Karl Lagerfeld wirbt ohne Honorar für Lebensrettungswesten (1 2).

Man sieht: Obwohl es sich nicht um gewöhnliche Werbung handelt, werden bei Verwendung des eigenen Namens für eine Sache keine Fragen zu dieser Sache gestellt.

Polizei

Auf vielen Webseiten von Polizeien wird einfach nur ein Helm empfohlen, weil der halt bei Unfällen was nütze (1 2 3 4 5).  Selbstverständlich erwähnen sie in Unfallmeldungen den nicht getragenen Helm, wenn er vielleicht genützt hätte (1) — Nicht erwähnt wird der getragene Helm, wenn er nichts genützt hat.  Nun ja…

Der erste Hamburger Polzei-Hauptkommissar Holger Pohlmann führt in einer Sendung zu Fahrradunfällen den Melonentest vor, indem er von einer Leiter eine Melone fallen läßt, diese Fallhöhe entspricht einer Geschwindigkeit von 15 km/h, beim zweiten mal in einen Helm verpackt, macht aber keine Aussage dazu, insbesondere nicht, daß Köpfe bei Verkehrsunfällen meistens nicht allein und nicht senkrecht mit dem Helm nach unten auf den Boden prallen.

Ellen Haase, Polizeihauptkommissarin in Gütersloh, ist ein besonderer Fall.  Sie verbreitet offiziell ihre als “Erfahrung” bezeichnete Meinung, Fahrradhelme würden die Verletzungsgefahr mindern und Leben retten, und führt dazu einzelne Schicksale an und ihre Sammlung unfallbedingt zerstörter Helme. Ich zie­he den lo­gi­schen Schluß “har­ter Hut — wei­che Birne”.
Thorsten Günther
Zudem beruft sie sich auf Institutionen, die aber ebenfalls keine Nachweise angeben, oder sogar Nachweise zum Nachteil des Fahrradhelmes.  Gegenbeispiele meidet sie hingegen ebenso konsequent wie Untersuchungen und konkrete Zahlen zur Wirkung.  Statistiken sind nicht relevant, dafür aber ihre unwissenschaftliche Einschätzung.  Die Ursachen der Unfälle müssen leider draußen bleiben, das Wort “Radweg” kommt in Haases Texten selten vor.  Gleichzeitig lehnt sie Helme im Auto ab, obwohl sie dort nachgewiesenermaßen nützen, und obwohl vielfach im Auto an Kopfverletzungen gestorben wird.

Aufschlußreich sind ihre Versuche, die den Nutzen eines Helmes aufzeigen sollen, tatsächlich als Vergleich aber völlig ungeeignet sind und die Grenze zur Lächerlichkeit weit überschreiten.  Zum Beispiel wird bei einer Melone im normalen und einem Ei im Mini-Helm nicht der restliche Körper berücksichtigt und das man nicht Kopf voran und Arme angelegt aufprallt.

Noch schöner ist das Interview vom ADFC Köln.  Ellen Haase selbst fährt nur Freizeitmäßig mit dem Fahrrad.  Für eine Helmpflicht würde sie eine Reduzierung des Radfahrens in Kauf nehmen, obwohl dadurch das Unfallrisiko und Bewegungsmangel, Hauptursache für viele Krankheiten, zunähme.  Da kommt es gerade recht, das die, die nicht aufs Auto umsteigen können, zwangsweise mit der Helmpflicht leben müßten und dem höheren Unfallrisiko durch die Umgestiegenen ausgesetzt wären.  Untersuchungen, die eher das Gegenteil ihrer “Erfahrungen” aufzeigen, beeindrucken die Haase nicht.  Sie leugnet offensichtliche Zusammenhänge, wie zum Beispiel den, daß 1,5 cm (Styropor im Helm) als Weg für ein ausreichendes “Abbremsen” des Gehirns viel zu kurz sind.  Kein Thema für sie ist, daß der Helm wesentliche Teile des Kopfes gar nicht bedeckt.

Alles klar, Herr Kommissar!  Das für solche Lügereien der Steuerzahler aufkommt, ist traurig.

Hinter ihr versteckt sich, so scheints, Maria Limbourg, die zwar wesentlich weniger aufdringlich, aber ebenso eindringlich Helme empfiehlt — und mehr Radwege zur Sicherheit der Kinder.

Vereine

Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages verbreitet Durch die Einführung einer Fahrrad-Helmpflicht in fünf kanadischen Bundesländern ist die Zahl der Kopfverletzungen um 45 Prozent zurückgegangen. und beruft sich in einer Mail auf ein Expertengespräch mit Mitarbeiterinnen der Arbeitsgemeinschaft “Mehr Sicherheit für Kinder e.V..  Diese wiederum nennt eine Studie.  Unerwähnt lassen beide geflissentlich etwas Wichtiges: Nur wenige Absätze entfernt wird angegeben, daß andere Ursachen nicht ausgeschlossen, sondern wahrscheinlich sind.  In einer Mail heißt es, die Mitglieder der Kommission halten an ihrer Auffassung, dass eine Helmpflicht viele Unfälle mit schlimmen Kopfverletzungen verhindern könnte, fest..  Wie schön, wenn jemand sich so um die Sicherheit der Kinder sorgt.  Allerdings betreiben damit beide Desinformation der Öffentlichkeit, die Kommission mit dem Ziel, das Fahrrad fahren ohne Helm zu verbieten.

Im Forum werden Aufklärungsversuche über Ellen Haase, wie oben aufgezählt, wegen angeblicher Unsachlichkeit und Beleidigung gelöscht, trotz Abwesenheit allen Persönlichens.

Der Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club wollte und will Wegelchen (1 2 3 4 5 6 7 8 9), wobei man nach reichlich Jahren langsam von Radwegen auf Radfahrstreifen umschwenkt (1).  Noch heute spricht sich wider besseren Wissens nur ein kleiner Bruchteil der Ortsgruppen, Kreis- und Landesverbände gegen Radwege oder wenigstens gegen Blau aus, wesentlich weniger, als solche Einrichtungen gewollt werden.  Stattdessen wird nach den guten Radweg gesucht, wie auch bei IC.  Und wenns nicht geht, zum Beispiel bei Glätte durch Laub, wird nicht zur Benutzung der Fahrbahn geraten, sondern mitunter zu Langsam fahren, auf keinen Fall zu stark bremsen, sondern ich würd sagen ein bißchen Stotterbremse, indem man den Hebel anzieht und wieder loslässt. Keine überhasteten Lenkbewegungen, dass das Fahrrad seitlich wegrutscht.

Der ADFC lenkt systematisch von den Ursachen ab.  Wie sowas geht, wird in Berlin gezeigt (1 2 3).  Wieder mal ein tödlicher Unfall auf einem Radweg.  Gefordert wird aber nicht etwa dessen Abschaffung, also der Grund des Unfalls, sondern die Behandlung des Toten Winkels.  Dieses Vorgehen wurde begründet mit dem leichteren Erfolg.

Der VCD wirbt bei Multiplikatoren für Helme und Schärpen, natürlich zwecks Förderung des Fahrradverkers.

Ärzte und Co.

Auch die können sich anscheinend nicht zurück halten bei Themen, von denen sie keine Ahnung haben.  So behauptete Christoph Korenke, nicht nur den üblichen Helm-Schutz-Kram, sondern auch Es sind jedoch gerade die Radfahrer, die im Straßenverkehr am meisten gefährdet sind., das Gegenteil der Tatsache.  Keine Antwort auf eine Nachfrage.

Paul Kremer, Chefarzt der Neurochirurgischen Abteilung der Asklepios Klinik Nord, doziert in einer Sendung zu Fahrradunfällen über Hirnverletzungen durch Knochenbrüche und meint anschließend: Auch ein Helm verhindert letztendlich nicht das große Unheil. Aber die Energie wird durch ihn aufgefangen, es gibt da sehr schöne Modelle, wo man das darstellen kann. Und es ist absolut sinnvoll, daß Verkehrsteilnehmer mit einem Helm fahren.

Oder Fast alle schweren Kopfverletzungen sind mit Helm zu vermeiden. meint das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Oder Professor Dr. med. Peter Sefrin, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte e.V.: Fahrradhelm als Überlebensschutz (PDF, 2), 80% der Radfahrer ohne Helm erleiden nach einem Sturz ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und Durch einen Schutzhelm lassen sich schwere Kopfverletzungen bis zu 80% verhindern.  Auf Nachfrage kam als “Antwort” die Zahlen stammen aus einer australischen Studie.  Ach, Australien?

Obwohl ich sie schon einmal auf seinen Blödsinn hinwies, durfte der bekannte Medizin-Journalist Jo Kanders in der Nordwest-Zeitung verbreiten, daß Rund 300000 Kinder und Jugendliche verunglücken jährlich mit dem Rad. Mehr als die Hälfte trägt dabei schwere Kopfverletzungen davon.  Da sagt einem doch schon das Gefühl, daß das nicht stimmen kann — Ein Klick auf Destatis hätte auch die NWZ aufgeklärt.  Auf meine Beschwerde gab es keine Antwort, so weiß jetzt jeder, das ein Radhelm könnte vielfach Leben retten.  Das zur deutschen Journallie.

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