Oldenburger
Radverkehrsanlagen

Home | Aktuelles | Straßen | Auswirkungen | Gut | Recht

Die meisten Menschen würden eher sterben als nachzudenken; genaugenommen tun sie das sogar. Bertrand Russel

Schwachsinn3 als Folge

Geradeausfahrer links vom linksabbieger.
Hannover, Celler Straße.  Die­ses Kon­strukt fin­det man nie auf Fahr­bahnen.  Rem­pelt hier ein Ab­bie­ge­willi­ger ei­nen Ge­ra­de­aus­fahrer an, kommt der wo­mög­lich gleich un­ters Auto. Schöner

Wenn es ums Fahr­rad fahren geht, scheint über­all auf der Welt nichts pri­mi­tiv ge­nug zu sein, um nicht ver­brei­tet zu wer­den.  Ty­pi­sche Ant­wor­ten von Rad­weg- und Helm-Gut-Fin­dern sind im Bull­shit-Bin­go zu­sammen­ge­faßt.

Sicherheit   Un­ent­wegt wird be­haup­tet, auf Rad­we­gen wä­ren Rad­fahrer sicherer, ob­wohl das noch nie ir­gend­wo von ir­gend­wem nach­ge­wie­sen wur­de.  Die be­reits 1935 vor­ge­brach­te Sicher­heit durch bau­li­che Trennung von den Autos ist eine Illu­sion, wie Un­fall­mel­dun­gen in allen Lo­kal­zei­tun­gen zei­gen.

Wenn die Po­li­zei die Un­fall­zahlen nicht schon passend dar­stellt, paßt die Presse sie ent­sprechend an, wenn mal wie­der ein Sommer­loch naht.

Aus guten Gründen untersagen die Gesetze, daß jedermann eine Schußwaffe hat.  Ganz anders bei dem gefährlichen Werkzeug Automobil.  Sein Gebrauch wird von Gesetzen nicht begrenzt, sondern planmäßig gefördert.  Ungeachtet der Toten und Verletzten des Straßenverkehrs wehren die Gesetze die von Automobilen ausgehenden Gefährdungen für die Menschen nicht wirksam ab. schrieb Dr. Hans Wrobel, Leiter der Verfassungsabteilung beim Senator für Justiz und Verfassung der Hansestadt Bremen, und die Süddeutsche Zeitung.

Vorurteile   Da wird auch von Medien Radfahrern allerlei unterstellt, was dann gemäß mittelalterlicher Sippenhaftung zum Behindern aller Radfahrer führen muß.  Aus einmaligen Vorfällen wird auf allgemeines Verhalten geschlossen.  Die Hetzerei bedient sich falscher Zahlen, weil zum Beispiel für die Statistiken die Polizeien heran gezogen werden, und nicht die Gerichte, wie es richtig wäre.

Die Hauptregelverstöße der Autofahrer (1 2 3) sind auch die Hauptunfallursachen, die wichtigsten Regelverstöße der Radler tauchen unter den Top Ten der Unfallursachen überhaupt nicht auf.  Selbst reichlich Geld bewegt nicht zu Geschwindigkeitskontrollen.

Massive Vorurteile und Diskriminierung führen zu Baumaßnahmen zum Ausbremsen von Radfahrern aufgrund eines einzelnen Vorfalls.  Viel hilft es nicht.  Die Folgen sind absehbar, so daß § 315b Strafgesetzbuch in den Sinn kommt.  Rechtzeitig baut man es aber wieder ab.

Vorteile   Kein Vorteil des Verkehrsmittels Fahrrad ist gut genug, um nicht doch in sein Gegenteil verkehrt zu werden.  Jeder kann Radfahren? Dann nimmt man natürlich die wackeligsten Kandidaten als einzigen Maßstab zum Nachteil aller.  Radfahren ist schnell? Dann macht das bißchen Ausbremsen durch Zustand, Ampeln und Umwege nichts.  Fahrrad ist beweglich? Auch die sollen sich, wie alle, gefälligst bei den gestauten Autos hinten anstellen.  Radfahren ist Umweltfreundlich? Dann müssen die Wege es auch sein: Wasser-Gebundene Buckelpisten durch die Pampa.  Fahrräder sind handlich? Dann tragt sie aus dem Keller, die untragbaren Autos brauchen den ebenerdigen Platz.  Radfahren ist billig? Dann brauchen die Kosten der damit täglich überbrückbaren Entfernungen nicht absetzbar zu sein.  Radfahren ist ungefährlich? Dann können die ruhig auch mal bißchen aufpassen.  Fahrrad ist flexibel? Dann können sie auch auf dunklen, unübersichtlichen, von allen und allem mitbenutzten Wegen fahren.

Helme   Merkmal der werbenden Artikel und Pressemitteilungen sind viele Zahlen bei Vermeidung der Anteile der Kopfverletzungen.  Wie bei Radwegen gibt es bei Helmen statt Nachweise des Nutzens nachgewiesenen Unsinn (Suva, bfu), meint sogar das für Helmchen werbende Velojournal.  Der Helm soll sogar Leben retten und Zermatschen durch Lkw verhindern, andere werden nicht verschont.  Nachgewiesener Schaden wird ignoriert (inklusive Erhängen).  Natürlich wird mit falschen Zahlen gearbeitet oder systematisch falsche Eindrücke erweckt (1 2), zum Beispiel bei der Hannelore-Kohl-Stiftung und der Kinderkommission.  Die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie konnte bei solchen Fällen keinen Unterschied zwischen Helm und Nicht-Helm feststellen.  Helme für den Haushalt oder fürs Auto (wo sie nachgewiesermaßen nützen) werden aber nicht gefordert, wohl aber fürs Dreirad.

Schief behelmtes Kind auf Bobby-Car.Die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung will mit Lügen ausdrücklich Helme gegen jede Vernunft durchsetzen: Andere Aspekte, wie die Beweisführung, daß der Helm im Falle eines Unfalls wirkt, daß das Velohelmtragen von einer Mehrheit als normal empfunden wird und praktische Probleme in Zusammenhang mit dem Velohelmtragen können indessen unberücksichtigt bleiben., und damit Geld verdienenÄrzte, Staatsmacht und Richter machen auch mit (1 2)Unfallursachen werden systematisch nicht behandelt.  Während Unfälle beim Sport und bei anderen Gelegenheiten mit Prävention (1 2) und anderen sinnvollen Maßnahmen angegangen und keine Treppenhelme empfohlen werden, kommt beim Fahrrad fahren nur mangelhafte Symptombehandlung in Frage.  Pro Velo beklagt den Rückgang an jungen Radfahrern und erkennt das Gefährlich-Reden als Ursache, fördert es aber gleichzeitig.

9:30 Uhr — Iditarod — Schlamm und Schmutz — der Helm sitzt
12:00 Uhr Col d’Iseran — Schweiß und Hitze — der Helm sitzt
16:15 Uhr Radweg — öffnende Autotür — der Helm sitzt

Walter Janné
Ich hielt es für einen Scherz, als mir zum ersten mal erzählt wurde, daß man Helme prüft, indem man Melonen mit ihnen verkleidet und fallen läßt oder mit einem Gummihammer drauf haut.  Die Umsetzung folgt auf dem Fuße (1 2).  Dabei wissen selbst Comic-Zeichner, was von Helmchen zu halten ist  (1 2 3).  Weiteres: 1 2

Als Folge dieser Indoktrination dürfen Kinder selbst Dreiräder und Bobbycars nur noch mit Helm benutzen.  Das Anschnallen auf Dreirädern scheint in Mode zu kommen.

Denkende wundern sich, warum es keinen Wirkungsnachweis gibt, wo doch so manche Gewinner bei den Helmchen sind, zum Beispiel Versicherungen.  Stattdessen gibt es weder vom Hersteller noch vom Handel eine verbindliche Zusage, daß Helmchen bei Unfällen die Rübe schützen.  Ein Beispiel für die typische Denkweise zu Helmen gibt es ausgerechnet in einem Weblog Themen rund um unlautere Wissenschaft: Nach einem ebenso typischen Helm-Rettet-Beispiel ist die Helm-Empfehlung meines Erachtens also wissenschaftlich und auch sonst völlig vertretbar., was der Autor in den Kommentaren noch verdeutlicht, inhaltlich angebrachte Kommentare aber entfernt.

Zusammengefaßt hat das Österreichs Konsumentenschutzminister Buchinger mit Für viele Kinder ist der Helm bereits eine Selbstverständlichkeit und diese macht eine Helmpflicht überhaupt erst sinnvoll., obwohl Fahrradhelme vor allem auf den Köpfen Anderer, nämlich der Kinder für Gut befunden werden (42%), während deren Eltern selten welche aufsetzen (3-5%) (1 2).

Da die obigen und weitere Urteile (1 2) deutlich machen, daß sie nicht negativ für den Radfahrer ausfallen, weil es keine Helmpflicht gibt, wird das freiwillige Tragen früher oder später zu einer Helmpflicht führen, damit noch mehr Auto gefahren wird.

Resultat: Wenn ein Radfahrer ohne Helm eine häßliche Platzwunde am Kopf hat, heißt es Kein Wunder, der fuhr ja ohne Helm!, hatte er aber einen Helm auf, hat der ihm das Leben gerettet.

Man muß nur lange genug warten bis zum Erleben, wie auch der größte Schwachsinn weiter gesteigert wird: Einweghelme in Einheitsgrößen für Fußgänger auf Rädern, auch “Tourist” genannt, welche sie nicht wie im Laden anprobieren können.  Selbst wenn man annähme, ein “richtiger” Fahrradhelm würde im Fall des Falles tatsächlich was nützen, muß einem die Nutzlosigkeit solcher Einweghelme aus der Entnahmebox quasi ins Gesicht springen: Noch leichter, noch billiger, noch unpassender.

Wie Schwachsinnig die Helm-Empfehlungen sind, sieht man daran, daß niemand ernsthaft Alkohol empfehlen würde, trotz Alkohol kann Folgen von Hirnverletzungen lindern.

die nächs­ten övp-wien pla­ka­te lau­ten dann wohl so: wenn ich im suff nach hau­se tänzel,
fühl ich mich sicher — danke stenzel!

Kommentar zu Beispiel 12
Sichtbarkeit   Wie beim Helm reiner Irrsinn (1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12).  Da reicht es nicht, einfach da zu sein, um gesehen werden zu können, im Dunkeln halt mit büschen Licht.  Nun muß man (und Hund) auch noch Bunt sein und in alle Richtungen reflektieren, damit die anderen ungestört aufs Gas drücken können.  Mal sehen, wann Umgefahrene selber Schuld sind, weil sie nicht Bunt waren.  Und mal sehen, wann Rundum-Warnlichter Marke “Freund und Helfer” empfohlen werden, um die im Ghetto Versteckten wieder sichtbar zu machen.

Sogar Automagazine machen sich drüber lustig.

Schizophrenie beim Radverkehr scheint normal zu sein und erwartet zu werden.  Ständig sollen Radfahrer sich anders verhalten, als andere Verkehrsteilnehmer und vom Ort soll es abhängen.  Beispielsweise warnt man Radfahrer, sich neben Lkw zu stellen.  Fußgänger gehen auf Radwegen, obwohl Radfahrer rücksichtslos oder sogar gefährlich sein sollen.

Broschüren kann man abhaken, jedenfalls ist verschärft mit Fehlern zu rechnen, wenn es ums Fahrrad fahren geht, unabhängig vom Verfasser.  In Mit dem Fahrrad unterwegs vom ADAC kann man schon bei oberflächlichen Lesen 6 Rechtsfehler entdecken.  Im eingelegten, kopierten Blatt der Polizeidirektion Hannover gibt es nochmal 2.  Die Gesetzliche Unfallversicherung brachte auf 2 DIN-A4-Seiten Das kleine ABC des sicheren Miteinanders 2 Fehler unter.  Die bast schafft immerhin noch einen Fehler, in Sicherheitsinfo 8.  Weitere Fehler sind nicht ausgeschlossen.

Kennzeichen   Dieses Thema wird seit 72 Jahren gerne zum Füllen des Sommerloches genommen (1).  Anstatt gegen Zeichen 240: gemeinsamer Geh- und Radweg und Zeichen 241: getrennter Rad- und Gehweg anzutreten, welche ja die Ursache der Zwistigkeiten zwischen Fußgänger und Radfahrer darstellen, kommt wieder mal nur Blödsinn auf den Tisch (1 2 3 4).  Die Verkehrssicherheit soll durch Kennzeichen steigen, den Nicht-Erfolg bei Autos verschweigt man geflissentlich.  Vom Radfahrer Belästigte sollen an dessen Adresse kommen können, was allerdings auch bei Autos gar nicht der Fall ist. Und so weiter…  Steigerung dieses Blödsinns: Kennzeichen verhindern Diebstähle.  Man kann sie also nicht abschrauben, aha.

Gleichberechtigung ist Privilegierung, erfolgreicher kann Gehirnwäsche kaum wirken.  So fragte bei der Diskussion zur Petition zur Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht Heidrun Bluhm (Die Linke), Beabsichtigen Sie tatsächlich, den Fahrradfahrer gegenüber allen anderen Verkehrsteilnehmern soweit zu privilegieren, daß er frei wählen darf, wo er fährt, und alle anderen nicht?  Ob sie wohl auch für eine Autobahnbenutzungspflicht plädiert?  Ob sie das wohl tun würde bei vergleichbaren Zustand und Folgen von Radwegen?

Führerschein   Mit der angeblich fehlenden Fahrerlaubnis wird ab und zu argumentiert, Radfahrer müßten in Ghettos gezwängt werden.

Alle Radfahrer sind gleich, denn Alltag-, Torkel-, Freizeit-, Rennrad- und Geländefahrer werden schön in einen Topf geworfen.  In der öffentlichen Wahrnehmung wird zwischen Radsport und Fahrrad fahren im Alltag weit weniger differenziert als zwischen Motorsport und alltäglichem Auto fahren.  So gilt der im Straßenrennen behelmte Radfahrer und der Downhiller als Vorbild für Normal-Radler, während niemand auf die Idee kommt, es den Formel-1-Piloten gleich zu tun, jeder Kleinwagenfahrer würde sich solche Gleichmacherei trotz des nachgewiesenen Nutzens verbitten.


Auch beim Thema Fahrrad und Radwege muß die Erde eine Scheibe sein und können Schweine fliegen.  Aufgrund von Meinungen, bei denen sich jede Affenhorde auf die Schenkel klopfen würde, werden Radwege gebaut und Blau aufgestellt.  Da grenzt es fast schon an ein Wunder, daß noch nicht die AmpelCard eingeführt wurde, eine zuvor bezahlte Karte, mit der Radfahrer schneller Grün bekommen.

Ach ja, die Stammtische: 1 2 3 4 5 6