Oldenburger
Radverkehrsanlagen

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Gemeinsame Vorurteile sind gemeingefährlich., Ernst Ferstl

Weisheit durch Radwege

Überzeugungen sind immun gegen Berichtigungen, haben Psychologen anhand von Medienberichten zum Irak-Krieg 2003 festgestellt., weiß Telepolis zu berichten.

Radfahrer fahren immer auf der Straße, ist unabhängig von der Verwechslung eine leichte Fehleinschätzung, denn Etwa 90% der rechts fahrenden Radfahrer nutzen unabhängig von der Benutzungspflicht die Radwege beziehungsweise die Radfahrstreifen beziehungsweise Schutzstreifen selber.

Radfahrer sind langsam.  An den Stammtischen wird unzulässigerweise die boshafte Ausbremsung auf die Fahrbahn übertragen und Geschwindigkeiten, die beim Auto unters Schleichen fallen, zur Raserei (1 2).

Radfahrer behindern den Verkehr.  Diese beiden Unterstellungen sind besonders an Stammtischen weit verbreitet.  Erstens ist auch Radverkehr Verkehr, der sich ja demnach selbst behindern würde.  Im Gegenteil benutzen sie die Fahrbahn bestimmungsgemäß.  Und zweitens kommen Autos auch ohne sie nicht schneller voran, deren Durchschnittsgeschwindigkeit liegt oftmals nämlich unter der von Radfahrern, auch in Städten mit reichlich Radwegen.  Durch Radwege wird also nicht einmal der MIV befördert, wohl aber der Radverkehr auf eine Geschwindigkeit gebremst, bei der er auf der Fahrbahn tatsächlich den Verkehr behindern würde.  Söre Reiche meinte dazu:

Jeder Verkehrsteilnehmer hat das gleiche Recht auf ein zügiges Vorankommen. Wenn das Recht nicht gleichzeitig wahrgenommen werden kann, verliert der hintere sein Recht. Dieser Verlust des Rechtes ist aber nur akzeptabel, um das Recht eines anderen zu wahren. Dieser Verlust ist nicht akzeptabel, wenn es bloß um die reine Einhaltung von Regeln geht.

Die Forderung, Radfahrer müssen sich auf dem Radweg behindern lassen, weil sie dazu verpflichtet sind, ist wegen des lestgenannten Grundes nicht akzeptabel.

Die Forderung, Radfahrer müssen sich auf dem Radweg behindern lassen, weil sie sonst die Autofahrer behindern, ist schlichtweg diskriminierend, da sie das Recht des Autofahrers höher einstufen als das Recht des vorausfahrenden Radfahrers.

Allein die Denkweise Bevor ich [Autofahrer] behindert werde, behindere [durch Benutzungspflicht] ich lieber andere [Radfahrer] zeugt bereits von einer völligen Uneignung zur Teilnahme am Straßenverkehr.

Radfahrer flüchten bei Kontrollen und Unfällen.  Das tun Autofahrer auch, während Radfahrer viel häufiger dazu gar nicht mehr in der Lage sind, denn von dem, was sich Autofahrer erlauben, kann ein Radfahrer kaum etwas tun, ohne mehrere Tag im Krankenhaus zu verbringen.

Radfahrer fahren immer über Rot.  Nicht so oft wie Autofahrer (1 2 3 4 5 6 7), obwohl sie generell länger warten müssen und überall rote Welle haben.  Berücksichtigt wird auch nicht, daß der motorisierte Verkehr seltener Gelegenheit hat, denn ein haltendes Auto hält auch die Nachfolgenden an.  Tatsächlich ist es ja so, daß Grün fast dasselbe wie Rot bedeutet, nämlich, das man nur nach genauer Vergewisserung unbeschadet fahren kann.  Der einzige Unterschied ist ein formaler: Bei Rot darf man nicht.  Bei Grün zu fahren schützt ebenso wenig vor dem Überfahren werden, wie bei Rot fahren es garantiert.

Radfahrer fahren auf Risiko.  Aus den Übertretungen kann nicht auf Unfallursachen geschlossen werden, ganz im Gegensatz zu den Kraftfahrzeugen.

Radfahrer sind ein Verkehrsrisiko, woraufhin eine fiktive Geschichte vom Ausweichen eines Lkw folgt, Haus brennt ab und so.  Tatsächlich ist das Gegenteil ist der Fall, sie bekommen viel mehr und schwerere Unfälle ab, als sie austeilen, und das, obwohl sie auf Schrottwegen fahren.

Radfahrer fahren immer ohne Licht.  Nein, aber die Autofahrer holen kräftig auf, ohne das auch nur das geringste unternommen würde, wobei das bei Radfahrern nicht für Unfälle relevant ist.

Radfahrer sind unwissend, kennen die StVO nicht.  Abgesehen von der Plumpheit dieser Unterstellung urteilen die angeblich wissenden Autofahrer über sich selbst.  Sobald es warm wird, sieht man sie als Radfahrer verkleidet ebenso unwissend durch die Gegend strampeln, obwohl sie eine Prüfung ablegen mußten, in der auch die StVO abgefragt wurde.

Radfahrer haben frei, denn Fahrrad fahren ist Freizeit.  Das man damit täglich zur Arbeit und anderen notwendigen Zielen fahren kann, scheint unvorstellbar.

Das Schild “Rad­fah­ren ver­bo­ten” wird er­setzt durch das Schild “Rad­fah­ren streng ver­bo­ten”. Falls das nicht hilft, wird zum äußers­ten Mit­tel ge­grif­fen: “Rad­fah­ren strengs­tens ver­bo­ten!”
Mathias Böwe über spe­zi­elle Fahr­verbote
Radfahrer zahlen keine (Straßen­finanzierungs)¸Steuern und tragen nicht zu den von ihnen verursachten Kosten bei.  Oh, wie bekomme ich die denn wieder?  Tatsächlich tragen Autofahrer nur einen winzigen Teil der von ihnen durch Verbrauch von Natur, Fläche, Benachteiligung anderer und Gesundheit verursachten KostenDiese und diese Reaktionen zeigen, daß jeder Blödsinn noch überboten wird.  Und, na klar, was bezahlt ist, muß benutzt werden — weshalb es ja auch die Autobahn­benutzungspflicht gibt.

Radfahrer konsumieren weniger.  Auch der Oldenburger Einzelhandel in der City verlangt, mit dem Auto gut erreichbar sein zu können.  Dabei werden Radfahrer als Kunden oft unterschätzt, da sie pro Einkauf meist etwas weniger Geld ausgeben als Kunden, die mit dem Auto kommen.  Berücksichtigt man jedoch, daß Radfahrer häufiger kommen, insgesamt etwas mehr ausgeben als Autofahrer, und Geschäfte in ihrer näheren Umgebung vorziehen, dann sind sie gerade für den innerörtlichen Handel eine lohnende Kundengruppe, die der Einzelhandel durch Serviceangebote viel leichter als die Autofahrer binden kann (1 2 3 4).  Diese Tatsache wurde durch zahlreiche Erhebungen bestätigt.  Radfahrer können eben das viele Geld, welches andere fürs Auto ausgeben, anderweitig verprassen.  Vielleicht ist es ja genau umgekehrt und die Autofahrer kaufen billig auf der Wiese, nachdem sie sich mit dem Rad zwecks Beratung in die Stadt begaben.